Die QC-Checkliste
QC-Fotos sind eine Momentaufnahme aus dem Lager, bevor deine Bestellung weitergeht. Diese Liste geht die sinnvolle Reihenfolge durch – von der Anzahl bis zur Rückfrage – und markiert, wo Fotos schlicht keine Antwort geben.
1. Anzahl und Vollständigkeit
Beginne mit dem Einfachsten: Stimmt die Zahl der abgebildeten Teile mit deiner Bestellung überein? Bei Sets gehören alle Komponenten aufs Bild. Fehlt etwas oder liegt zu viel im Bild, ist das der erste Punkt für eine Rückfrage – noch vor jedem Detail.
2. Farbe, Variante und Muster
Vergleiche Farbe und Variante mit der von dir gewählten Option. Achte darauf, dass Muster, Streifen oder Prints an der richtigen Stelle sitzen und nicht spiegelverkehrt oder verschoben sind. Farben wirken je nach Licht und Bildschirm unterschiedlich; ein Verdacht auf Farbabweichung lässt sich am besten mit einem Foto bei Tageslicht klären.
3. Logos, Aufnäher und Prägungen
Sieh dir Position, Ausrichtung und Sauberkeit von Aufnähern, Drucken und Prägungen an. Sitzt ein Logo schief, ist ein Druck verlaufen oder eine Prägung ungleichmäßig, ist das auf Fotos oft erkennbar. Was die Fotos nicht klären: ob eine Marke lizenziert oder rechtlich zulässig ist. Das ist eine Echtheits- und keine QC-Frage.
4. Nähte, Kanten und Verarbeitung
Grobe Verarbeitungsfehler zeigen sich in scharfen Nahaufnahmen: lose Fäden, ungleichmäßige Stiche, schiefe Kanten, Kleberreste. Bei Taschen und Jacken lohnt der Blick auf Reißverschlüsse und deren Lauf. Feine Materialeigenschaften – Stoffgewicht, Griff, echte Haltbarkeit – lassen sich aus einem Bild nicht zuverlässig ableiten.
5. Etiketten und Größen
Lies Größen- und Pflegeetiketten dort, wo sie scharf abgebildet sind. Ein lesbares Etikett ist verlässlicher als der Größeneindruck aus der Perspektive. Wie du Maße einordnest und warum ein Maßband am Objekt mehr wert ist als ein Schätzwert, steht unter Größen und Maße.
6. Sichtbare Schäden und Fehlversand
Suche gezielt nach Flecken, Kratzern, Dellen oder Transportschäden. Prüfe außerdem, ob überhaupt der richtige Artikel abgebildet ist – Fehlversand kommt vor. Beides sind klassische Gründe, vor der Freigabe nachzuhaken.
7. Was auf Fotos offenbleibt
Manche Fragen beantwortet kein Foto: Materialzusammensetzung, Geruch, Funktion über Zeit, die Passform am eigenen Körper und die Echtheit. Halte diese Punkte bewusst offen, statt sie aus dem Bildeindruck zu erschließen.
Kurzfassung: sichtbar, unsicher, nachfordern
Als Merkhilfe lässt sich jeder Prüfpunkt einer von drei Spalten zuordnen.
Sichtbar
- Anzahl der Teile im Vergleich zur Bestellung
- Farbe, Muster und Logo der gewählten Variante
- Position von Aufnähern, Drucken und Prägungen
- Grobe Nahtführung und offensichtliche Schäden
- Text auf lesbaren Größen- und Pflegeetiketten
Nicht sicher beurteilbar
- Materialzusammensetzung und Stoffgewicht
- Passform am Körper und echtes Tragegefühl
- Geruch, Haltbarkeit und Funktion über Zeit
- Echtheit, Lizenz oder Herkunft der Ware
- Farbtreue je nach Licht und Bildschirm
Sinnvoll nachfordern
- Fehlende Winkel wie Sohle, Innenfutter oder Rückseite
- Etikett scharf und aus der Nähe
- Maßband direkt am Objekt für konkrete Maße
- Detail von Reißverschluss, Schloss oder Naht
- Foto bei Tageslicht, wenn Farben unklar wirken
Eine Grenze bleibt bestehen
Ein bestandener QC-Check ist kein Echtheitsnachweis und keine Garantie für Material, Haltbarkeit oder Funktion. Er reduziert das Risiko offensichtlicher Fehler, mehr nicht. Mehr dazu unter QC & Echtheit.